'Werkzeugverwaltung - ein Baustein für den durchgängigen Informationsfluß'
Einleitung
In den vergangenen Jahren wurde in den Unternehmen verstärkt in Systeme zur elektronischen Datenverarbeitung investiert, um durch damit erzielbare Produktivitätssteigerungen und Durchlaufzeitverkürzungen die Kosten zu senken. Als Stichworte seien hier PPS-, CAD- oder NC-Programmiersysteme genannt. Ein wenig beachteter Bereich war meistens die Werkzeugorganisation, obwohl hier ein großes Kosteneinsparungspotential liegt. Hohe Kapitalbindungskosten durch zu hohe Werkzeugbestände oder Maschinenstillstände durch fehlende oder nicht rechtzeitig bereitgestellte Werkzeuge sind Probleme, die durch ein Werkzeugverwaltungssystem gelöst werden können.
Aufgaben der Werkzeugorganisation
Werkzeuge sind zusammen mit Vorrichtungen, Spannmitteln, Meß- und Prüfmitteln, NC-Programmen oder Stücklisten sogenannte Fertigungshilfsmittel. Sie werden neben anderen Betriebsmitteln wie Maschinen oder Fördermittel zur Fertigung der gewünschten Produkte benötigt.
Das grundsätzliche Ziel der Werkzeugorganisation ist die termingerechte Bereitstellung einer bestimmten Werkzeugart in ausreichender Menge und Qualität an einem definierten Ort. Um diese Vorgabe erfüllen zu können, exisitieren im Unternehmen verschiedene Funktionsbereiche, die eine oder mehrere Teilaufgaben der oben genannten Zielsetzung übernehmen. In einer groben Rasterung läßt sich das Werkzeugwesen in fünf Bereiche einteilen, denen jeweils unterschiedliche Aufgaben zugeordnet werden können (Bild).
Einführung eines Werkzeugverwaltungssystems
Die Werkzeugorganisation ist durch ihre Verknüpfung mit vielen anderen Unternehmensbereichen eine komplexe Querschnittsaufgabe. Die Planung zur Beschaffung eines Werkzeugverwaltungssystems muß sich an den bestehenden Verbindungen orientieren, um eine sofortige oder spätere organisatorische sowie informationstechnische Anbindung der einzelnen Bereiche an das neue System zu ermöglichen.
Eine systematische Vorgehensweise zur Erfassung aller wesentlichen Randbedingungen und Anforderungen der Bereiche erreicht man durch ein sogenanntes Phasenkonzept und dessen standardisierte Schrittfolge. Die zeitliche Abfolge der Arbeiten gliedert sich in die Punkte Istaufnahme, Istanalyse, Sollanalyse, Sollkonzeption, Marktanalyse und der sich anschließenden Systemauswahl und -einführung.
Inhalt der Diplomarbeit
Die Aufgabe der Diplomarbeit war die Konzeption und Einführung eines Werkzeug-Verwaltungssystems im Werkzeugbau eines Automobilherstellers. Auf der Grundlage einer umfassenden Istanalyse wurden die Anforderungen an das System festgelegt und dessen zukünftige Aufgaben definiert. Das Verwaltungsprogramm wurde anschließend mit der Hilfe eines Datenbankentwicklungssystems für den Betrieb unter einer grafischen Nutzeroberfläche in der Programmiersprache Xbase erstellt. Durch die Eigenentwicklung konnte das System genau an die innerbetrieblichen Anforderungen sowie Betriebsabläufe angepaßt werden.